Felix Nmecha (6.), Nico Schlotterbeck (38.) und Kai Havertz (45.+5) aus einem Elfmeter schossen vor der Pause die 3:1-Führung für Deutschland heraus. Kurz nach der Halbzeit erhöhte Jamal Musiala (47.) auf 4:1 und beendete damit endgültig alle Träume Curacaos auf eine Sensation, die nach dem 1:1 (21.) durch Livano Comenencia aufkamen.
Nathaniel Brown legte in der 68. Minute das 5:1 drauf, Deniz Undav sorgte für das 6:1 (78.) und Havertz’ zweites Tor der Partie in der 88. Minute bedeutete den Schlusspunkt zum 7:1.
Havertz erhöht per Traumlupfer auf 7:1 (88.)
Der vierfache Weltmeister wird seiner Favoritenrolle zum Auftakt voll gerecht und gewinnt klar mit 7:1 gegen WM-Debütant Curacao. Nach dem kurzen Ausgleich der Außenseiter übernehmen die Deutschen schnell wieder die Kontrolle.
Curacao hatte tapfer gekämpft, war aber am Ende gegen die höhere Klasse des Gegners chancenlos. Für Deutschland geht es nächsten Samstag (22.00 Uhr MESZ, live in ORF1) in Toronto gegen die Elfenbeinküste weiter. Curacao muss am 21. Juni (2.00 Uhr MESZ, live in ORF1) gegen Ecuador antreten.
Fußballzwerg trifft auf vierfachen Weltmeister
Die Themen vor dem Spiel waren quasi vorgegeben. WM-Debütant Curacao ist mit rund 158.000 Einwohnerinnen und Einwohnern, sowie einer Fläche von 444 Quadratkilometer, das kleinste Land, das je bei einer WM dabei. Zum Vergleich: Die Bevölkerungszahl des Inselstaates, der 65 Kilometer vor der Küste Südamerikas liegt, gleicht jener von Salzburg und die Fläche jener von Wien.

Reuters/Annegret Hilse
Die Fans von Curacao demonstrierten eindrucksvoll, warum der Spitzname des Teams „Ola Blou“, die „Blaue Welle“ lautet
Die deutsche Nationalmannschaft ist vierfacher Weltmeister und rekrutiert seine Spieler aus einem Land mit 83 Millionen Bewohnern. Aber nur um einen Spieler drehte sich das Interesse. Im Tor begann Manuel Neuer, der nach seinem Rücktritt nach der EM 2024 von Julian Nagelsmann wieder zur Nummer eins gemacht wurde und sein 125. Ländermatch bestritt.

Reuters/Troy Taormina
Manuel Neuer wurde zum ältesten deutschen Teamspieler und musste in der 21. Minute das 1:1 hinnehmen
Mit 40 Jahren und 79 Tagen löste er Lothar Matthäus als ältesten deutschen Teamspieler ab. Auch Curacaos niederländischer Coach Dick Advocaat stellte mit 78 Jahre und 260 Tagen einen Rekord als ältester WM-Trainer der Geschichte auf. Der Altersunterschied zu seinem deutschen Pendant Nagelsmann betrug 39 Jahre und 299 Tage.
Debatte
Wer krönt sich zum Weltmeister?
Herz und Einsatz treffen auf Qualität
Im Duell des FIFA-Zehnten Deutschland mit der Nummer 82 der Weltrangliste, waren die Rollen von Anfang an klar verteilt. Auch wenn zahlreiche Akteure der Karibik-Insel ihre fußballerischen Wurzeln in den Niederlanden haben, war das Leistungsgefälle ersichtlich.
Viel Herz und Einsatz trafen auf hohe Qualität aus Topligen. So stellte Felix Nmecha nach Pass von Florian Wirtz mit einem präzisen Schlenzer von der Strafraumgrenze ins rechte Eck schnell auf das fast logische 1:0 (6.). Curacaos Verteidigung hatte den Deutschen zu viel Platz gelassen.
FIFA WM 2026
Der Liveblog zum Nachlesen
Ekstase in Blau folgt Ernüchterung
Aber nicht zum ersten Mal bei dieser WM, gab sich der vermeintliche Außenseiter nicht auf, kämpfte weiter und warf sich mit allen Körperteilen in die Zweikämpfe und Schüsse der Deutschen. In der 21. Minute sorgte Livano Comenencia mit seinem beherzten Schuss zum 1:1 für Ekstase. Joshua Kimmich fälschte davor den Ball mit seinem Knie noch so ab, dass Neuer in Leere griff.
„Houston, wir haben ein Problem“ war die erste Assoziation, die einem zu diesem Zwischenstand aus deutscher Sicht einfiel, doch das DFB-Team ließ sich nicht verunsichern. Der 1,91 Meter große Nico Schlotterbeck stieg in der 38. Minute nach einem Corner von Nathaniel Brown mit gutem Timing hoch und köpfelte zum 2:1 ins lange Eck.
Schlotterbeck bringt Deutschland wieder in Führung (38.)
Nach Nmecha trifft mit Schlotterbeck der zweite Dortmund-Spieler für Deutschland.
Das DFB-Team durfte aufatmen und machte weiter Druck. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte erhöhte Kai Havertz aus einem Strafstoß sicher auf 3:1 (45.+5). Davor hatte Riechedly Bazoer den dynamischen Nmecha zu Fall gebracht. Der marokkanische Spielleiter Jalal Jayed zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt.
Deutschland lässt nichts mehr anbrennen
Die Deutschen erwischten nach der Pause einen perfekten Start. Kimmich steckte den Ball ideal auf Musiala durch, der nicht lange zögerte und aus halbrechter Position ins lange Eck zum 4:1 traf. Curacao musste aufpassen, nicht unter die Räder zu kommen. Was aber nicht gelang.
Musiala schießt das 4:1 kurz nach Wiederanpfiff (46.)
Musiala leitet mit dem 4:1 den Kantersieg der Deutschen ein.
Beim 5:1 (68.) spielte Joker Undav einen sehenswerten Pass mit der Ferse zu Brown, der mit einem wuchtigen Rechtsschuss auf 5:1 erhöhte. Undav selbst erzielte dann auch das 6:1 (78.). Kimmich spielte uneigennützig auf den Stuttgarter zurück, der den Ball eiskalt im Tor versenkte.
Auch Brown ist für Deutschland erfolgreich (68.)
Die Torgala der DFB-Elf geht mit dem 5:1 weiter.
Erinnerungen werden wach
Auch am 7:1-Schlusspunkt war wieder Undav beteiligt: Er schickte Havertz auf die Reise, der ließ Keeper Eloy Room mit einem Lupfer aus halblinker Position keine Chance. Es war der zweite Treffer des Arsenal-Legionärs im Spiel.
Joker Undav netzt zum 6:1 (78.)
Der vierfache Weltmeister wird seiner Favoritenrolle zum Auftakt voll gerecht und gewinnt klar mit 7:1 gegen WM-Debütant Curacao.
7:1 hat Deutschland schon einmal bei einer WM gewonnen. Am 8. Juli 2014 wurde im Halbfinale Brasilien in einem legendären Spiel mit diesem Resultat abgefertigt. Danach wurde Deutschland Weltmeister.
Stimmen zum Spiel:
Julian Nagelsmann (DFB-Teamchef): „Wir aus einem Diagonalball leider das 1:1, da ist es schon wichtig, wie die Mannschaft zurück kommt und wie stabil sie ist. Wir haben fünf Minuten gebraucht, aber dann waren wir wieder da. Gerade in der zweiten Halbzeit haben wir nichts mehr zugelassen und haben schon sehr überzeugend gespielt.“
Fußball-WM 2026, Gruppe E
Sonntag:
Deutschland – Curacao 7:1 (3:1)
Houston, 68.021, SR Jayed (MAR)
Torfolge:
1:0 (6.) Nmecha
1:1 (21.) Comenencia
2:1 (38.) Schlotterbeck
3:1 (45.+5) Havertz (Foul-Elfmeter)
4:1 (47.) Musiala
5:1 (68.) Brown
6:1 (78.) Undav
7:1 (88.) Havertz
Deutschland: Neuer – Kimmich (83. Anton), Tah (72. Rüdiger), Schlotterbeck, Brown (72. Raum) – Nmecha (72. Goretzka), Pavlovic – Sane, Musiala (64. Undav), Wirtz – Havertz
Curacao: Room – Floranus, Bazoer, Obispo, Fonville – Chong (82. Kastaneer), L. Bacuna – Hansen (46. Antonisse), Comenencia, J. Bacuna – Locadia (65. Margaritha)

ORF


