Deutschland und Nvidia starten KI-Offensive für die Industrie

Nvidia-CEO Jensen Huang.

Bei einem Investitionsgipfel in Berlin sollen internationale Geldgeber von Kapitalanlagen in Deutschland überzeugt werden. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Chiphersteller Nvidia.

19.10.2026 | 1:51 min

Die Bundesregierung treibt ihre Strategie für industrielle Künstliche Intelligenz mit einem prominenten Partner voran: Durch eine Kooperation mit Nvidia soll in der deutschen Industrie unter anderem die Entwicklung von KI-gesteuerten Robotern vorangetrieben werden.

Das Bundeswirtschafts- und das Forschungsministerium unterzeichneten eine entsprechende Absichtserklärung mit Nvidia am Montag im Rahmen eines Investitionsgipfels in Berlin. Vereinbart werde, „eine Initiative zur Entwicklung modernster KI-Modelle für Physical AI voranzutreiben“ – also KI, die in physischen Systemen wie etwa Robotern integriert wird.

Ziel ist es, industrielle KI systematisch in die breite Anwendung zu bringen und ein hochmodernes KI-Ökosystem in Europa zu etablieren.

Erklärung der Bundesregierung

Moderatorin im Schaltgespräch mit ZDF-Börsenexperte Frank Bethmann

Bundeskanzler Merz hat zu einem Gipfel geladen, bei dem internationale Geldgeber von Investitionen in Deutschland überzeugt werden sollen. Frank Bethmann berichtet.

19.10.2026 | 1:10 min

Dreistellige Millionenbeträge für industrielle KI im Gespräch

Der Konzern mache seine KI-Modelle künftig neben der Großindustrie auch kleineren und mittleren Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen zugänglich, hieß es. Die Verschmelzung von klassischem Ingenieurswissen mit moderner Technologie solle die Wettbewerbsfähigkeit und technologische Souveränität Deutschlands sichern.

Zu möglichen Investitionen im Rahmen der Kooperation machte der Bund zunächst keine Angaben. Einem Medienbericht zufolge will er das Projekt mit einem dreistelligen Millionenbetrag unterstützen. Das Geld solle unter anderem dazu dienen, Rechenkapazitäten in der KI-Cloud der Deutschen Telekom anzumieten.

barrett-sgs-zimmermann

Deutschland fehlt Rechenkraft für KI. Der Bund will mit Nvidia und Industrie gegensteuern und Millionen in Rechenkapazität investieren, so Stephanie Barrett an der Börse.

16.10.2026 | 1:53 min

Merz wirbt um internationale Investoren

Bundeskanzler Friedrich Merz warb auf der Investorenkonferenz um internationales Kapital und stellte Deutschland als verlässlichen Investitionsstandort dar.

Sie können weiterhin auf uns als stabilen, zuverlässigen Partner zählen. Wir bleiben diesen Werten treu.

Friedrich Merz (CDU), Bundeskanzler

Trotz globaler Unsicherheiten befinde sich Deutschland als eine der größten Volkswirtschaften Europas weiterhin „in einer starken Position“, sagte der Bundeskanzler vor internationalen Investoren in Berlin.

Nvidia-Chef drängt Europa zum Handeln

Jensen Huang, Gründer und Chef von Nvidia, lobte Deutschlands technologisches Potenzial, kritisierte aber zugleich das langsame Innovationstempo in Europa.

Archiv: Nvidia CEO Jensen Huang spricht auf einer Veranstaltung am 3.9.26

Die Bundesregierung plant einen KI-Pakt mit Nvidia. Im ZDF-Interview erklärt Konzernchef Jensen Huang, was das bedeutet – und warum die Kontrolle über Industriedaten in Deutschland bleibt.

16.10.2026 | 3:42 min

„Ich finde es sehr schade, dass eines der technologisch fortgeschrittensten Länder bei der Technologie so weit hinterherhinkt“, sagte Huang. Der Grund könne darin liegen, „dass sich in Europa über alles der Kopf zerbrochen wird“, so der KI-Pionier.

Ich denke, Deutschland hat so viel Talent. Fangt einfach mit der Arbeit an.

Jensen Huang, Gründer und CEO von Nvidia

Moderatorin im Schaltgespräch mit ZDF-Hauptstadtkorrespondent Wulf Schmiese

Mehr privates Kapital nach Deutschland holen – das ist das Ziel beim Investitionsgipfel in Berlin. Wulf Schmiese berichtet, worin für die Regierung die größten Hoffnungen liegen.

19.10.2026 | 1:25 min

Die Bundesregierung will genau an diesem Punkt ansetzen. Nach eigenen Angaben soll die Zusammenarbeit mit Nvidia den Aufbau eines leistungsfähigen KI-Ökosystems beschleunigen. Dabei sollen Forschungseinrichtungen, Großunternehmen sowie kleine und mittlere Betriebe gleichermaßen eingebunden werden.

Quelle: Reuters, dpa, ZDF

Über dieses Thema berichtete ZDFheute live am 19.10.2026 ab 19:30 Uhr.