Ukraine-Hilfen: Wieviel Solidarität können wir uns leisten?
Montag, 12. Oktober 2026, 20:15
bis
22:00 Uhr
LIVE:
Ukraine-Hilfen: Wieviel Solidarität können wir uns leisten?
Immer wieder zahlt Deutschland Milliarden zur militärischen und wirtschaftlichen Unterstützung der Ukraine. Anderseits gibt es zunehmend Einschnitte und Kürzungen im deutschen Sozialsystem. Auch die Staatsverschuldung wächst. Wie geht das zusammen? Sollte Deutschland die umfangreichen Hilfen für die Ukraine reduzieren? Darüber diskutiert Stefan Rank mit Ihnen am Montag ab 20.15 Uhr.
Moderator Stefan Rank begrüßt als Gäste:
von 20.15 bis 21.00 Uhr:
Dr. Michael Espendiller
haushaltspolitischer Sprecher (AfD), Mitglied des Haushaltsausschusses im Bundestag
Dr. Paula Piechotta
Bündnis 90 / Die Grünen, Mitglied des Haushaltsausschusses im Bundestag
von 21.00 bis 22.00 Uhr:
Matthias Barner
Konrad-Adenauer-Stiftung, Leiter Auslandsbüro Ukraine in Kiew
Prof. Frauke Rostalski
Juristin und Mitglied des Deutschen Ethikrats
Sagen Sie Ihre Meinung oder stellen Sie Fragen an die Gäste
Mit 100 Milliarden Euro gibt die Bundesregierung die „bilaterale Hilfe“ für die Ukraine für den Zeitraum 2022 bis 2026 an. Nach Angaben des Kiel Instituts für Weltwirtschaft sind davon nur rund 42 Milliarden Euro tatsächliche bilaterale Unterstützung, die für die militärische und zivile Hilfe, direkt an die Ukraine ging. Rund 36 Milliarden wurden in Deutschland ausgegeben, als Bürgergeld für ukrainische Flüchtlinge und ihre Unterbringung sowie für die Unterstützung von Kommunen und Ländern. 22 Milliarden entfallen auf Zusagen für zukünftige Militärhilfen bis 2030. Damit ist Deutschland nach den USA der größte Unterstützer der Ukraine.
Der Rückhalt in der Bevölkerung für die Ukrainehilfen sinkt, vor allem im Osten
Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung befürwortet noch immer die Unterstützung der Ukraine. Doch die Zahl der Fürsprecher nimmt ab: Laut dem ARD‑Deutschlandtrend sagten Anfang September gut 40 Prozent der Befragten, dass ihnen die militärische Unterstützung der Ukraine zu weit gehe – so hoch war dieser Wert seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine noch nie. In Ostdeutschland hält sogar mehr als die Hälfte die deutsche Ukraine-Hilfe für überzogen.

ARD-DeutschlandTrend
Eine Mehrheit sieht durch Russland die Sicherheit Deutschlands stark bedroht. Das gilt laut ARD-DeutschlandTrend vor allem für ältere Menschen sowie Anhänger aller im Bundestag vertretenen Parteien – mit einer Ausnahme.
AfD und BSW fordern Stopp von Finanzhilfen und Waffenlieferungen
Anfang Oktober haben die Fraktionen von AfD und BSW im neu konstituierten Landtag von Sachsen-Anhalt eine gemeinsame parlamentarische Initiative gestartet, um einen gemeinsamen Antrag mit dem Titel „Friedensgespräche statt Ausweitung des Krieges in der Ukraine“ zu beschließen. Es ist das erste Mal, dass ein deutsches Parlament ein konzertiertes Votum gegen die offizielle Ukraine-Politik der Bundesregierung plant. Und auf Bundesebene wirft die AfD der Regierung vor, die heimischen Haushaltsinteressen zugunsten der Ukraine-Unterstützung zu vernachlässigen. So sagt AfD-Haushaltssprecher Michael Espendiller: „Trotz Milliardenlöchern im Bundeshaushalt werden Milliarden an die Ukraine verschenkt.“
Friedrich Merz verteidigt die Unterstützung der Ukraine
Der Bundeskanzler bekräftigte bei seinem Besuch in Kiew Anfang Oktober erneut die deutsche Solidarität und begründete die Milliardenhilfen verstärkt mit deutschen Sicherheitsinteressen: „Wenn Russland nicht gestoppt wird, richtet sich seine Kriegsmaschinerie früher oder später gegen uns.“

Live aus Kiew im Bericht aus Berlin am 4. Oktober 2026
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