Bundestagspräsidentin Julia Klöckner ist einem Medienbericht zufolge Opfer eines Phishingangriffs gegen Nutzer des Messengerdienstes Signal geworden. Das Signal-Konto der CDU-Politikerin sei von den Angreifern erfolgreich kompromittiert worden, berichtete der Spiegel unter Berufung auf mehrere namentlich nicht genannten Quellen.
Dem Bericht zufolge kommunizieren auch die Mitglieder des CDU-Präsidiums, dem auch Klöckner angehört, über einen Gruppenchat auf Signal. Diesem gehört auch Bundeskanzler Friedrich Merz an. Dem Bericht zufolge ist Merz bereits über den Vorgang informiert worden. Eine Untersuchung seines Smartphones habe keine Auffälligkeiten ergeben, berichtete das Magazin.
Ein Sprecher der Bundestagspräsidentin wollte die Angaben weder bestätigen noch dementieren. Die Bundestagsverwaltung gebe »zu
sicherheitskritischer Infrastruktur grundsätzlich keine Auskunft«, sagte er auf Anfrage der ZEIT.
Phishingangriffe auf Politik, Militär und Journalisten
Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hatte kürzlich vor Phishingangriffen auf Politikerinnen und Politiker auf Signal gewarnt. Ein »wahrscheinlich staatlich gesteuerter Cyberakteur« führe Phishingangriffe über Messengerdienste, insbesondere Signal durch, schrieb die Behörde. Im Fokus stehen demnach hochrangige Politikerinnen und Politiker, Militär, Diplomaten sowie Investigativjournalistinnen und -journalisten. Nach Informationen des Spiegels kommen die Angriffe aus Russland.
Es sei davon auszugehen, dass »zahlreiche Signal-Gruppen im parlamentarischen Raum derzeit von den Angreifern nahezu unbemerkt ausgelesen werden«, heißt es in einem Warnschreiben des Verfassungsschutzes, aus dem der Spiegel zitiert. »Dem BfV sind bereits zahlreiche hochrangige Betroffenheiten bekannt geworden«, heißt es darin weiter. Angesichts der Art der Angriffe sei »jedoch von einer deutlich höheren Dunkelziffer auszugehen«. Mittlerweile seien mindestens 300 Betroffene in Deutschland bekannt, berichtete das Magazin unter Berufung auf Sicherheitskreise.


